Montag, 14. Oktober 2019

Der durchwachsene Beginn eines neuen Abenteuers

Ich bin wieder zurück. Älter und reifer - aber immer noch eine passionierte Reisende und dieses Mal auch wieder unterwegs als freiirrende Backpackerin. Meinen Rucksack hab ich wieder herausgekramt und mit 15 Kilo gefüllt. Wohin die Reise geht? Hauptsächlich Mittelamerika. Ich starte vorher jedoch noch in Charleston - meinem Herzensort. Dort besuche ich alte Freunde und Bekannte und darf die Schönheit der Gegend 3 Wochen lang genießen bevor ich am 9. Oktober nach Punta Cana, Dominikanische Republik, fliege. Grob geplant geht es Ende Oktober nach Kuba und Mitte November nach Belize; von dort aus dann runterwärts bis nach Costa Rica (Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica).

Drei Generationen ♡
Wandern in Schweizer Bergen
Sonnenuntergang mit Vino



Nach drei wundervoll entspannten Tagen in der Schweiz mit Mama und (G)Oma ging es nach München, von wo mich der Flieger nach Kopenhagen transportierte. Dies war nur der Anfang einer ursprünglich 19-stündigen Reise. Ich hatte das 'Glück' mein Aufgabegepäck an beiden Transferorten abzuholen und wieder aufzugeben. Der Flug nach Kopenhagen verlief reibungslos und der dänische Flughafen begeisterte mich sofort mit seiner Struktur, Übersichtlichkeit und den freundlich strahlenden Mitarbeitern. Anscheinend dachte sich jemand: "na wenn es ihr da so gut geht dann lassen wir sie gleich mal 3 Stunden länger dort." Durch ein kaputtes Flugzeug und einem damit verbundenen 3 Stunden verspätetem Abflug kam es dazu, dass ich nach dem 10 stündigen Flug in den wirklich furchtbar engen Reihen der Norwegian meinen Anschlussflug in Fort Lauderdale verpasste. Auch musste ich auf die harte Tour lernen das Low Cost Carrier auf Langstrecken nicht zwangsläufig dazu verpflichtet sind, ihre Gäste mit komplementären Getränken und Speisen zu versorgen. Danke für nichts. Also wirklich nichts. Naja, einen günstigeren Flug. Mit meinen Sitznachbarn aus Costa Rica habe ich mich jedoch prima verstanden. Und dabei spreche ich ausschließlich von einer Sympathieebene, keiner sprachlichen. Wir haben keinen einzigen Satz voneinander verstanden und uns mit Händen und Gesichtausdrücken versucht zu verständigen (der Moment in dem mir bewusst wurde dass ich noch heftig an meinem Spanisch arbeiten muss).



An diesem Punkt muss ich zugeben, dass ich bei der Ankunft emotional ziemlich fertig war. Das lag daran, dass es spät war, ich alleine und weder einen Flug noch ein Bett für die Nacht. Ein überteuertes und nicht ganz seriöses Taxi hat mich in ein teures Motel gebracht, wo ich meine emotionale Instabilität ausgelebt habe während in Deutschland alle schliefen. Diese 3 Stunden der Verzweiflung waren ein Tiefpunkt, der aber mit positiv verknüpften Ereignissen einherging. Den nächsten Tag startete ich in aller Ruhe, mit Kaffee und Omlette im Motel Restaurant. Ich buchte mir einen neuen Flug und beschloss eine weitere Nacht (wenn ich schon mal da bin...) in Miami zu verbringen. Demnach folgten eine Hostel- und eine Zugbuchung. Nach jedem Tief kommt ein Hoch, sagt man, und dises Sprichwort hat hier vollkommen gegriffen. Voller Dankbarkeit und Optimismus genoss ich Miami. Das Hostel war direkt am South Miami Beach in einer super Location zwischen Shopping Straßen und einem Block vom Meer. Außerdem habe ich sofort super viele lustige und freundliche Menschen kennengelernt, mit denen ich abends auch noch aus war. 

American Airlines brachte mich dann von Miami nach Charleston. Mein Gepäck jedoch nicht. Das kam erst später. Mit meinen Fingern geputzten Zähne und ungeduscht ging es in Charleston dann in meine Lieblingskirche.

Die Zeit in Charleston war wundervoll. 2,5 Wochen und ich packe sie jetzt in diesen Post, weil ich schon sehr viel von Charleston berichtet habe und es hier vor allem um Besuche und Erinnerungen ging und nicht um neue Sehenswürdigkeiten. Ich habe bei einem sehr guten Freund, Dennis, gewohnt mit dem ich eine super lustige und entspannte Zeit hatte, habe die meiste Zeit bei meiner alten Babysitterfamilie verbracht, hab alte Freunde getroffen, die Stadt und Kulisse genossen, gut gegessen, mich am Strand gebräunt und nebenbei gemalt, gelesen und Sport&Yoga gemacht. Wie entspannt und perfekt kann das Leben sein?












Sonntag, 29. Juli 2018

Portland, Seattle, Victoria und Familie in Kanada

Das Ende meiner Reise kam schneller als erwartet. Wobei ich auch wirklich zugeben kann, dass ich bereit war nach Hause zu kommen.

Nach ziemlich genau 11 Monaten, 3 Ländern, 12 US-Staaten, jeder Menge mehr Freunden, Erfahrungen und Herausforderungen geht es nun wieder in die Heimat: Deutschland. Also bin ich schon. Aber dramaturgische Gestaltungsmittel oder so.

Jedenfalls bin ich zurück und es hat sich nichts verändert. Okay, ein paar kleine Dinge schon, aber das Wesentliche nicht. Ich fühl mich zuhause und werde auch so behandelt. Mein Auslandsjahr fühlt sich nun an wie ein Traum, schon etwas unreal. Und ich vermisse die Zeit jetzt schon - sie war perfekt in allen Bereichen und würde ich sie wiederholen, würde ich absolut nichts anders machen.

Wo hab ich aufgehört? Ach ja, San Francisco. Danach ging es nach Portland, Oregon zu einer Freundin aus Charleston. Die kannte ich eigentlich auch nur aus der Bibliothek und auf dem Weg in ihre Heimat habe ich kurz daran gezweifelt, ob ich mir das auch gut überlegt habe. Habe ich nicht. Aber es war die perfekte Entscheidung. Mit Jules verstehe ich mich echt super gut, und ihrer Familie auch. Meine Woche dort war total entspannt und es wurde auch dafür gesorgt, dass ich alle wichtigen Spots der Stadt sehen sollte. So war ich mal in allen relevanten Vierteln und Szenen der Stadt und für meinen letzten Tag haben sie sich etwas ganz besonderes überlegt: mit dem Auto ging es an die Küste, wo wir erst ein Stück mit wundervoller Aussicht gewandert sind und dann S'mores, Lagerfeuer und Sekt am Strand genossen haben. Es war wirklich etwas ganz besonderes und hat sich irgendwie auch richtig amerikanisch angefühlt.








Der Abschied aus Portland fiel mir unheimlich schwer. Nicht nur musste ich mit einem Kater abreisen, der mich echt hat leiden lassen, sondern war habe ich mich nun wirklich zum ersten Mal alleine im Hostel in Seattle wiedergefunden und realisiert: ich kenne niemanden. Der erste Tag hat sich schrecklich einsam angefühlt weil ich von einem ultra high in ein extrem ruhiges low kam. Dank Hostel hat sich das aber auch nach 2 Tagen wieder eingependelt. So habe ich ziemlich viel von Seattle gesehen, einen Tag alleine, den anderen mit einem Daniel und den letzten mit einem Philipp. Man muss dazu sagen dass meine Karte gesperrt wurde und ich somit finanziell eingeschränkt war, mit anderen Worten: ich hatte $50 bis ich in Victoria in British Columbia auf meine Oma treffen sollte. So habe ich auf Bus verzichtet und bin gelaufen, habe mich auf kostenloses Sightseeing fokussiert und habe mich morgens, mittags und abends von Spagetti mit Tomatensoße ernährt. Dummerweise war genau das die Zeit, in der ich echt super viele perfekte Souvenirs fand und nur ganz ausgewählt ein paar kaufen konnte.












Mit der Fähre ging es an meinem Ausreisetag (Aufenthaltserlaubnis lief am 31. Juni) nach Victoria. Dort verbrachte ich eine Nacht in einem Hostel und traf auf die ungewöhnlichsten und abenteuerlustigen Menschen, bevor ich am 1. Juni meine Oma und meine Cousine Hannah im Hotel traf.
Victoria ist echt eine superschöne Stadt, klein und übersichtlich. Jedoch gut nutzbar nur mit Geld, denn der Tourismus war gerichtet auf die älteren Generationen: wir machten eine Food Tour mit, schlenderten durch die schönen, alt viktorianischen Straßen, genossen Wein und ruhige Spiele-Abende, machten den Hop-On, Hop-Off-Bus mit, besuchten eine Burg und genossen High Tea in den Butchart Gardens. Die Zeit war total schön und entspannt - es ist echt ein anderes Reisen mit Oma als alleine.












Nach ein paar Tagen flogen wir weiter in die Stadt, in der meine Oma und ein großer Teil meiner Verwandtschaft wohnt: Edmonton, Alberta. Dort wollte ich ursprünglich nur zwei Wochen bei meiner Oma hausen und dann nach Kuba, als ich aber nach Flügen schaute war es nicht der Preis der mich abhielt, sondern mein inneres Bedürfnis die Familienzeit über die Reiselust zu stellen. Und das war es absolut wert. Gerade mit so einer Distanz ist es schwer, mit der Verwandtschaft Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Der Monat, den ich letztendlich noch in Kanada verbrachte, war wirklich super wichtig um Verhältnisse zu stärken. Mit meiner Oma zu wohnen hat uns mehr zusammengebracht und mit meinen Verwandten zu reden, spielen, Sport zu machen, in die Kirche gehen etc. hat uns allen die Möglichkeit gegeben, einander mehr kennenzulernen. Ich finde meine Familie toll. Und Kanada ist eh ein super schönes Land, ich lasse mal die Bilder für sich sprechen.









Leider hieß es auch dann irgendwann "Abschied", und nach einem emotional aufwirbelnden Abschied von allen, vor allem Oma, ging es in den Flieger von Calgary über Seattle über Chicago nach Charleston. Ja, der war eben billig. Nach Charleston kam ich primär wegen meinem Koffer zurück, den ich dort gelagert hatte, um ihn nicht durch die Weltgeschichte zu schleppen. Dort waren ja Semesterferien und somit war die Stadt schon fast ein wenig ausgestorben. Hab nur eine Handvoll von Freunden wiedergesehen und eben meine Babysitting-Familie. Die letzten Tage dort waren emotional verwirrend: es hat sich wie zuhause angefühlt und doch war ich Gast. Ich habe mich in Charleston verliebt und ich kann mir nicht vorstellen, dass es allzu lange dauert bis ich zurückkomme. Nach noch einer Mynt-Nacht, einem Strandtag, Lachen mit meinem Lieblingsbaby was mittlerweile ein Kleinkind ist, einer kleinen Bootsfahrt durch den Hafen, vielen Spaziergängen durch die verzaubernden Straßen und der ein oder anderen Träne, musste ich mich verabschieden.

Mit dem Bus fuhr ich also nach Atlanta, kam dort um Mitternacht an und nahm ein Taxi zum Flughafen. Dort musste ich die Nacht durchmachen bis mein Flug um 12 Uhr mittags am nächsten Tag ging. War nicht schwer, aber echt langweilig!! Hat mir auch auf diese Weise einen Jetlag erspart.

Ich kann nicht ausdrücken, WIE dankbar ich bin für dieses Auslandsjahr. Ich weiß es unheimlich zu schätzen und nehme nichts für selbstverständlich.

Travel - as much as you can. As far as you can. Life is not meant to be lived in one place. 

Charleston - "that‘s where I left my heart at"

Ein Satz, der von mir stammt. Hab ich ihm Gespräch zu einem Amerikaner auf Utila erwähnt und Jonas macht sich bis heute über die Aussage lus...