Sonntag, 19. April 2015

Hippiestädtchen, Party im Paradies, Glück-Couchsurfing und Nacht am Strand

Hallihallohallöchen :-)

Abfahrt von Sydney mit Marielle (19) und Fabian (23) war Ende März. Nur schnell noch morgens haben wir uns dieses Ostküstepaket mit Fraser, Whitsundays, Skydive und Great Barrier Reef im Reisebüro zusammenstellen lassen, dann ging es auch schon runter nach Canberra um Fabians neugekauften roten Opel "Helmut" zu registrieren. 
Mit Marielle hab ich mich von Anfang an ohne Probleme verstanden, mit Fabian als Hahn in unserem roten Korb war die Atmosphäre allerdings irgendwie total seltsam. Total nett - keine Frage aber irgendwie hat es von Anfang an nicht so perfekt gestimmt mit der Gruppe... Leider. 

Im wirklich gar nicht spannenden australischen Hauptstadt Canberra saßen wir dann auch noch zwei Tage fest, weil das mit der Registrierung viele andere Dinge nach sich gezogen hat und das alles total dumm und kompliziert war. Gecampt haben wir auf dem Hinterhof einer Tankstelle - auch sehr gemütlich. 
Haben eigentlich auch nichts von Canberra gesehen weil wir dort alles mit Organisation machen mussten während wir von Sydney aus einfach spontan ins auto gehopst und losgefahren sind :D 

Am 31. ging es dann aber endlich nordwärts, und zwar hat sich Stefan (31) noch dazu gesellt. Kunterbunt zusammengewürfelte deutsche Gruppe waren wir, war zwar besser mit dem geschlechtichen Gleichgewicht aber vor allem Marielle hat mit der Truppe nichts anfangen können. 
Der nächste stop waren die Blue Mountains, für mich das zweite Mal aber diesmal in einer anderen Ecke. Waren dort auch nur tagsüber weil wir keine Lust auf ne kalte Nacht hatten :D 

Bei Port Stephens, einer echt schönen großen Bucht mit vielen Stränden, hatten wir noch halb Glück mit dem Wetter, für einen Strandnachmittag bei Anna Bay auf dem One Mile Beach hat es gerade so gereicht. Jedoch fing es am nächsten Tag bei Port Macquaire total zu regnen an. Leute, im strömenden Regen zu campen ist gar kein Spaß, und dann auch noch mit einem kleinen unentdeckten Fensterspalt, durch den sich unaufhörlich unzählige Mosquitos gezwängt haben, ist pure Folter und Marielle & ich waren echt dem Heulen nahe.
Drum sind wir kurzerhand am Tag drauf nach Coffs Harbour gefahren und sofort (immernoch im Regen) in ein Hostel eingecheckt. Marielle und ich haben es uns erstmal gut gehen lassen und uns Wifi gekauft um Filme ansehen zu koennen.

Am 05.04. ging es auch schon wieder weiter nach Nimbin - DER Hippiehochburg Australiens. Unser Hostel dort war abgelegen und nannte sich "Rainbow Retreat Backpackers". Uns wurde schon in den ersten paar Minuten vom "Boss" erklärt, dass zwar überall stand "NO SMOKING", er aber keine Lust hat allen hinterherzujammern und es uns deswegen frei ist zu rauchen und 'rauchen' wenn wir wollen.
Unser Zimmer war auch kein Geschlossenes, hatte alles etwas total uriges und wirklich hippes. War eine total coole Erfahrung dort zu übernachten, und trotz der vielen Spinnen hab ich mich dort wohl gefühlt :-)
Byron Bay am nächsten Tag war auch traumhaft schön, ein schnuckeliges hübsches Surfer-Küstenstädtchen! Neben Hängematten, Pizza und Shopping haben wir einen längeren Küstenspaziergang unternommen mit extrem vielen grandiosen Ausblicken. Abends hatten wir leider nicht so Glück mit nem Campingplatz, mussten deswegen neben einem offiziellen Camperplatz illegal "Wildcampen", alle vier sitzend im Auto. Heimweh plagt mich schon lange nicht mehr aber in so manchen Momenten will ich dann doch mal wieder in mein tolles & leeres Bett in Bayreuth!  Wir haben trotzdem versucht das Beste draus zu machen, vorne mittig einen Laptop hingepflanzt und "A Million Ways To Die In The West" angeschaut.
Am Dienstag (07.04.) ging es wieder ein Stückchen weiter nördlich nach Surfers Paradise. Die vier Tage dort waren gigantisch! Zugegebenermaßen ist es kein Paradies zum Surfen, ich glaub ich hab keinen einzigen gesehen.. Aber davon abgesehen ist der Ort wunderschön, wird oft mit Miami verglichen :-) Ist eher so ein schönes Partyörtchen, also feiern gehen kann man da super. wie ich jede Nacht meines Aufenthalts getestet habe... Das Hostel wurde gerade fertig renoviert und war für einen geringen Preis unschlagbar toll. Alles perfekt sauber, King-Size-Betten, iMac Ecke (aus 7-8 iMacs bestehend nebenbei bemerkt, ich mein wie abnormal ist das denn für ein Hostel), zentrale Lage, kostenlose Waschmaschine & Trockner, super Stimmung & Menschen und allgemein hatte man in diesem Hostel das Gefühl man sei in einer riesengroßen Wohngemeinschaft. Allein wegen dem Hostel war es eine perfekte Zeit :-)
Ich muss dazu erwähnen dass unsere Truppe sich am ersten Tag aufgespalten hat: Marielle und ich haben übereifrig 2h nach unserer Ankunft einen 4-Tage-Club-Crawl gebucht und Stefan und Fabian hatten irgendwie keine Lust zu bleiben und sind am nächsten Morgen abgehauen. Bisschen scheiße und ohne große Worte verlaufen, aber Marielle und ich haben eh überlegt abzuspringen weil es ja nicht so das Wahre für uns war. Nur standen wir dann eben etwas undurchdacht ohne Lift in Surfers.. Hatten dann nach paar Stunden iMac viel Glück unsere Weiterreise auf die Beine zu stellen und zu planen!
So haben wir am Sonntag (12.04.) den Bus und Zug nach Brisbane genommen. Schon komisch mit allem was man besitzt an sich durch die Straßen zu laufen, fällt mir immer wieder auf.. Am Bahnhof in Brisbane wurden wir von unserem echt einmaligen Couchsurfing Host Paul abgeholt, der uns großzügiger Weise eine kleine Stadttour gegeben, uns die schönen Plätzchen in Brisbane gezeigt und dann sogar noch zum Essen eingeladen hat! Am Tag drauf war Paul tagsüber arbeiten und hat uns seinen Truck überlassen, so hatten wir die Chance einen Abstecher in die Glass House Mountains zu machen und den Tag im Australian Zoo zu verbringen UND DUMME 90DOLLAR FÜR EIN KOALA BILD AUSZUGEBEN!!
Der hat da übrigens stundenlang genau so gechillt
Nein, wir hatten aber wirklich eine schöne Zeit und haben durch den Paul ja auch total viel Geld gespart, beschweren können wir uns wirklich nicht! Spätnachmittags sind wir dann mit Paul nach Noosa aufgebrochen, Paul musste nämlich so oder so nach Rainbow Beach und hat uns dann einfach auf halber Strecke abgesetzt. Dort haben wir uns mit unserem neuen Lift getroffen: Die französischen Mädels Mellie (23) und Charlotte (21)mit ihrem süßen Campervan "Buzzy Bee". Zwei Nächte durften wir bei denen in der Houseshare kostenlos schlafen, haben etwas entspannt und die Gegend erkundet bevor es am Mittwoch zusammen weiter hoch zum Rainbow Beach ging. Auf dem Weg noch Bier und Goon geholt, dann ging es an den Strand, wo wir mit Lagerfeuer und Bier einen perfekten Abend unter dem krassen australischen Sternenhimmel verbracht haben. Die Zelte bestanden nur aus einem Mosquitonetz weil wir die Plane  weggelassen haben und sind so ungestochen mit letzten Blick auf die Sterne eingeschlafen und zum Sonnenaufgang überm Meer aufgewacht. Wie toll kann das Leben sein? :-)
Bald mehr, lassts euch gut gehen!

Montag, 6. April 2015

Sydney


Australien ist so eine Sache für sich - man kann in kurzer Zeit richtig viel Geld raushauen aber auch zur Not mit kaum etwas auskommen.
Normalerweise werde ich in den Großstädten immer mein Geld los - jede Nacht ca. 25€ Hostel, Essen, Feiern, Fahrtkosten und was man sich halt sonst noch so gönnt. Melbourne war da eine Ausnahme, da hat der Lohn des Wochenendes immer meine ganzen Wochenkosten gedeckt. Sydney dagegen war dem nicht so, ich war zwei Wochen hier und hatte einfach nur stetig Ausgaben, was sich letztendlich dann auch total summiert hat... 

War schon komisch in Sydney zu sein, DER Stadt Australiens. Vorm Opernhaus zu stehen war auch etwas unreal, immer sieht man es auf Bildern und sonstigem und dann plötzlich steht man live davor.. 80% meiner Touristenbilder aus Sydney beinhalten die Opera! :D 

Es war schon lange vorher klar dass unsere Wege sich in Sydney höchstwahrscheinlich trennen würden: Anna hat kaum mehr Geld, muss deswegen jetzt arbeiten und hat aber noch bis August Zeit zum Reisen. Bei mir ist es genau das Gegenteil - ich hab nur noch bis Juni Zeit und Geld hab ich noch genug, die Zeit ist mir da zu kostbar und dafür hab ich auch noch zu viel vor um auf die anderen zu warten. Maik und Julian wollen nämlich auch erstmal noch ein wenig mehr Geld ansparen, bleiben deshalb auch bisschen länger in Sydney. 
Also haben die drei sofort zu Beginn angefangen nach Job und WG's zu suchen während ich mich um einen Lift bemüht hab, um so bald wie möglich die Ostküste hochzukommen. Den hatte ich schnell gefunden und hatte dann zwei Wochen in Sydney bis zur Abfahrt, die ich gestalten durfte wie ich Lust dazu hatte. 

Was hab ich so gemacht? 
Boah keine Ahnung, die Zeit ging extrem schnell vorbei! Erster Punkt (natürlich): Sightseeing. 
Da haben wir zB Opera House/ Harbour Bridge mal bei Tag und mal bei Nacht (und peinlicherweise auch zu alle weiteren Tageszeiten & Perspektiven). 


Manly Beach in all seiner Pracht auf einem Foto mit schlechter Qualität.
Der Botanische Garten bei einem prachtvollen Piknik im Sonnenschein.
Bondi Beach an einem traurig verregneten Tag.
Und sonst noch Darling Harbour, Paddys Market, etc :)

Der zweite Punkt fasst eigentlich alles restliche zusammen: Feiern, Gammeln, Essen, Skype, ein Frühstück mit Tante Anina die Meetings in Sydney hatte und sonstiges. 
Ein paar mal war ich mit anderen in dem Vorort "Newtown" in dem veganen Lokal "Lentil as anything" essen, was sich mit seinem individuellen Zahlsystem differenziert. Es stehen Spendenboxen am Ausgang und jeder wirft soviel rein, wie es ihm das Essen wert war (#Backpackerliebling). Und nebenbei bemerkt war das Essen suuuuuper lecker und auch noch gesund :) 
Die letzten zwei Tage meines Sydneyaufenthalts habe ich dann nochmal ein paar Stunden für "Nandos" Wraps rollen dürfen, war nicht viel aber wenigstens haben wir so Pässe bekommen womit die Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln übernommen wurden (Arbeit war auf der "Happy Easter Show" etwas außerhalb) und diese Pässe haben wir die Tage dann auch voll ausgenutzt und sind überall hingefahren - wer sich auskennt weiß dass Bus&Zug in der gesamten Gegend schmerzhaft viel Kosten für uns arme Backpacker ;-)

Ich muss auch mal erwähnen wie überrascht ich bin dass ich so gut und lange "aus dem Rucksack" leben kann, bisher macht mir das ständige gepacke gar nicht so viel aus, und auch mit der nicht gerade abwechslungsreichen Garderobe komme ich ziemlich gut klar. 
Zum Glück hab ich auch noch keinen Moment gehabt wo ich mich danach gesehnt hab mal wieder nur für mich zu sein, und das ist schon krass wenn man mal bedenkt dass ich seit Januar echt null Privatsphäre mehr habe - kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal alleine war! Und Leute die mich kennen wissen dass ich normalerweise immer meine Rückzugszeit brauche... 

Allem in allem kann ich sagen dass ich Sydney sehr sehr genossen habe! Hab mir (warum auch immer) gar nicht viel erhofft, und war am Ende schon halb verliebt in die Stadt. 
Jetzt geht es die Ostküste hoch, und ich kann es kaum abwarten. Vor allem nachdem ich mir in einem Reisebüro ein Travel-Paket zusammenstellen hab lassen für gute 1000€ mit Fraser Island Tour, Whitsunday-Tour, Great Barrier Reef Snorkeling und Skydive am Missions Beach. 

Dienstag, 17. März 2015

Roadtrip Melbourne - Sydney & Blue Mountains

G'day :-)

Der Weg von Melbourne nach Sydney ist nicht weit, das waren vielleicht so 800km, die Tom und Lee an einem Tag durchgefahren sind, aber wir haben uns eine Woche Zeit gelassen.
Wir haben uns gegen einen Stop in der Hauptstadt Canberra entschieden und sind stattdessen durchgehend an der Küste entlang gefahren. Losgefahren sind wir am Montag, das war der 09.03 :-)

Wir haben total viel geschlafen, jede Nacht so mindestens 9 Stunden, und die ersten zwei Tage sind wir auch hauptsächlich nur gefahren. Wir haben uns eigentlich jede Nacht für das sanitäre Buschcampen entschieden, sprich in der Einsamkeit mit Plumpsklo. Wir hatten eine totale Routine drinnen am Ende des Trips, weil das Campen irgendwie vom Prinzip her jeden Tag/Nacht gleich ablief:
Ankunft an einem Campingplatz sah so aus, dass Maik und Julian ihr Zelt aufgebaut habenwährend  Anna und ich auf Klo-Standortsuche gegangen sind und den gesammelten Abwasch des Tages gemacht haben. Dann haben wir unser ausklappbares Autobett aufgebaut, wir haben alle gemeinsam gekocht (Geschnetzeltes war unsere Spezialität, es gab aber auch Bratkartoffeln, Spaghetti Carbonara, Spaghetti Bolognese, Nudeln mit Pesto, etc). Nach dem Essen haben wir jeden Abend mind. eine Stunde lang Doppelkopf gespielt, mal mit, mal ohne Goon.
Morgens gab es erstmal für jeden eine Schüssel Müsli mit Joghurt & Apfel, dann haben wir flott alles zusammengepackt und abgebaut und sind zu einer kostenlosen "Hot Shower" gefahren.
Tagsüber hat sich jeder Tag anders gestaltet, wir alle fanden die Strecke nicht allzu spannend, es gab irgendwie jetzt nicht allzu viel zu sehen... Je weiter wir gefahren sind desto tropischer wurde es, also so krass unterschiedlich von Western Australia. Im Westen war alles total trocken, staubig und hitzig. Hier in Victoria und New South Wales ist es irgendwie humid, tropisch und bewoelkt/regnerisch. Anna hatständig  von Neuseeland Feeling geredet! Wir sind auf 4-Wheel-Tracks gefahren (nein quatsch wir sind nicht in einem schlammloch stecken geblieben und mussten jemanden suchen der uns wieder rauszieht), haben einen Tag am Strand verbracht, sind einmal Minigolf spielen gegangen, haben uns Blowholes in Kiama angeschaut usw.

Theoretisch waren wir auch schon am Freitag, 13.03. in Sydney angekommen, haben in Coogee bei einem Bekannten von Maik geschlafen, der uns fett zum Essen eingeladen hat (ich hab seit Urzeiten mal wieder einen richtigen Salat gegessen), uns mit (guten Flaschen-) Wein abgefüllt und dann jeden von uns dazu gezwungen hat, unsere Eltern in Deutschland über sein Handy anzurufen (ja er hat Geld und ja er ist sehr großzügig!). Kurz gesagt: wir hatten einen super Abend! :-)

Über das Wochenende sind wir dann aber nochmal aus Sydney raus und in die Blue Moutains gefahren.
Samstag sind wir 4h den "Perrys Lookdown to Blue Gum Forest Walk" gewandert, aber nein, nicht auf ebener Strecke sondern der Weg bestand nur aus steilen Stücken und tiefen Treppen. Unten angekommen sind wir erstmal vor Mosquitos geflohen (hat nicht so viel gebracht, zerstrochen wurden wir trotzdem total) und da war dann so ein Bach, in dem wir uns abgekühlt und rumgeplantscht haben. Der Weg nach oben war total schlimm, ich kann das gar nicht beschreiben :D Die Jungs haben sich leichter getan, die sind mehr konditioniert, aber wir alle haben die Tage drauf bei jeder kleinsten Stufe gefiebst vor Muskelkater!
Sonntag waren wir dann dementsprechend faul, Maik, Julian und Anna haben alle drei gekränkelt und keiner von uns hat sich den gesamten Vormittag dazu aufraffenkönnen  zusammenzupacken. Irgendwann haben wir uns dann doch noch zu einem Aussichtspunkt gehievt, wo wir noch ein wenig herumgeklettert sind (langweilig wird es ja dann doch irgendwie nie).

Joah, und dann sind wir wieder zurück nach Sydney gefahren, bzw erst einmal auf den Campingplatz von Tom und Lee, die schon seit 3-4 Wochen dort in ihrem 8-Mann-Zelt hausen und nur arbeiten, feiern und durch das Campen Geld sparen.
Soviel dazu, ueber Sydney berichte ich dan gesammelt das nächste Mal :-)

Haut rein!

Mittwoch, 4. März 2015

Obdachlosigkeit, Luxusappartement & Future Festival - Melbourne

Hallihallo :-)

Der Melbourne-Aufenthalt wird mir total positiv in Erinnerung bleiben, und das obwohl er mit so semi-guten Tagen begonnen hat. Wir hatten diesen Private Dorm Room zu viert, eigenes Badezimmer, Fernsehen, King-Size-Bed und alles total sauber, jeden Tag kam kurz die Putzfrau rein. Es war irgendwie mehr ein Hotel als ein Hostel, war aber mit 30$ die Nacht echt günstig. Aber all die Bequemlichkeit hat nur dazu geführt dass wir die ersten Tage total viel gegammelt haben! Wir haben total wenig gemacht, konnten uns kaum aufraffen aber hatten Großes vor wie Flat- und Arbeitssuche... keiner hatte Lust zu arbeiten, und als wir uns dann mal aufgerafft haben und unsere Lebensläufe ausgedruckt und verteilt haben, blieb das ganze mehr oder weniger erfolglos. 
Wir haben anfangs einen Goonabend gehabt, wo wir auf einer Rooftopbar waren und anschließend den McDonalds Drive-In mit einem Einkaufswagen bewältigt haben. Das "Crown" ist das größte Casino südlich vom Äquator und allgemein eines der größten und war direkt vor unserer Tür. Natürlich mussten wir das dann auch mal besuchen, Niko und Kate haben im Vergleich zu Anna und mir nichts verloren (jeder hat 10$ eingeworfen). Wir beide standen irgendwann um Mitternacht bisschen verloren in unseren Gammelklamotten, 50Ct Tickets und einem Glas Wasser mitten zwischen den unzähligen Automaten und reichen Chinesen :D

Wir haben ein Interview verschlafen, Fundraising haben wir einen Vormittag lang probiert und waren dann alle so schlecht gelaunt dass Anna und ich sofort aufgegeben haben. Kate hat sich dann noch eine Woche durchgezwungen, die ist nämlich total out of money und hat so wenigstens ein bisschen was bekommen. Niko, Anna und ich sind Blutspenden gegangen, weil wir dachten da bekommt man bisschen Cash -- hat sich letztendlich als eine komplett Freiwilligensache herausgestellt. Aber  wenistens haben wir hier jetzt mal was soziales gemacht, Anna und Niko haben einen halben Liter innerhalb von 7Minuten gespendet und damit wesentlich mehr als ich, bei mir musste nach 12min bei 200ml abgebrochen werden weil so wenig Blut rauskam das die ganze Maschine dauernd abgekackt hat... Wir wurden danach in der Kantine liebevoll mit allem bemuttert, haben total viel Essen serviert bekommen, hat sich also auf jeden Fall gelohnt. 
Auf dem Skydeck hatten wir abends eine total schöne Aussicht über ganz Melbourne, haben wir uns auch nicht entgehen lassen. 

Das einzige was wir jobmäßig an Land ziehen konnten war Catering bei "Nandos" an Wochenenden auf Festivals und ähnlichen Dingen. Dort haben wir immer so 7-14 Stunden Schichten geschoben, und am Ende jeder Wochenendenschicht eine Frittentüte mit Bargeld in die Hand bekommen, war nicht sonderlich gut bezahlt aber ein Wochenendlohn hat gereicht für eine komplette Woche Unterkunft und Essen. Also Melbourne kamen wir letztendlich weder mit Plus noch mit Minus raus. 

Zu der Zeit als wir in Melbourne waren, hatten die dort Festival Zeit und außerdem haben alle die Cricket Weltmeisterschaft gefeiert, sprich Melbourne war total überflutet und es waren ständig alle Hostels, Motels und Hotels ausgebucht. Die ersten 5 Tage hatten wir unser Hotelartiges Luxuszimmer, mussten dann aber auschecken und waren dann zwei Tage im wahrsten Sinne obdachlos. Noch dazu oder vielleicht zu unserem Glück waren wir genau diese zwei Tage mit viel Arbeit beschäftigt, waren also tagsüber damit ausgelastet überteuerte Pitas, Wraps, Burger und Fritten an bekiffte Metaler zu verkaufen. Den ersten Tag haben wir uns nachts in so eine Passenger-Lounge am Bahnhof gelegt, wo total viele geschlafen haben, ich lag auf dem Boden und als ich aufgewacht bin war da so ne kleine Art  Kakerlake neben mir, das war schon etwas widerlich. Die zweite Nacht wollten wir da eigentlich wieder pennen, hatten uns schon breitgemacht und mussten dann aber feststellen dass der gesamte Bahnhof über die Nacht zur Reinigung geschlossen und wir eingesperrt wurden. 15min später wurden wir dann auch kaltherzig rausgeschmisen und standen dann bisschen ratlos und total müde auf der Straße. Wir  sind bisschen um die Häuser gewandert und haben uns dann (ja, das war dann der Tiefpunkt) um halb drei morgens total erschöpft vorm KFC genau im Herzen Melbournes niedergelassen. Ich war so müde, ich bin sofort tief&fest eingeschlafen während Obdachlose mit ihrem Hab & Gut an uns vorbeilaufen sind, die Straßen und Mülleimer geputzt wurden und Besoffene an uns vorbeigetorkelt sind auf dem Weg zurück in ihr Bett. Um 4uhr morgens kamen 2 Kiwis an uns vorbei, die hatten dann irgendwie total Mitleid mit uns und haben uns für den Rest der Nacht auf ihrem Hotelboden schlafen lassen. Nach dem Wochenende waren wir uns alle einig dass das eine echte Erfahrung war, wir Geld gespart haben und es echt hätte schlimmer sein können -  wir uns aber in Zukunft doch lieber vorzeitig um ein Hostel kümmern werden :D 

Die zweite Woche hat mit einem Einzug in ein anderes Hostel begonnen. Wir haben gleich für 7 Tage gebucht, haben für einen guten Preis jeweils ein Bett in einem 10-Bett-Zimmer bekommen. Gleich am ersten Abend gab es ein Willkommenspaket für uns, genauso wie kostenlose Tacos; am zweiten Abend haben wir kostenlosen Sangria abgestaubt. Als armer Backpacker nimmt man ja was man kriegen kann... Mittwochs gibt es in Melbourne wöchentlich den Queen Victoria Night Market, den wir uns nicht entgehen lassen haben. War total cool dort, und das Essen war soooo gut! :-)
Am Donnerstag sind Anna und ich zu Brighton Beach gefahren, erst schwarz mit der Tram 45 min und dann mussten wir nochmal eeeewig laufen (um Geld zu sparen, so einen Bus kann man sich ja auch mal sparen) bis wir letztendlich bei diesen Bath Boxes waren. Hat sich aber auf jeden Fall gelohnt!! Das war ganz oben auf meiner Australien-ToDo Liste, und auch wenn der Strand selbst dort nicht so der Hit war, waren diese kleinen, bunten Häuschen total süß :-)

Montag & Dienstag sind Anna, Maik, Julian und ich auf einen 2-Tage Campingausflug in den Wilsons Promontory Nationalpark gefahren. Wir sind auf einen Berg mit toller Aussicht geklettert und haben uns abends dann auf so nem Platz breit gemacht. Dort haben wir es uns dann richtig gemütlich gemacht mit superleckerem Abendessen (irgendwas mit Gemüse, Geschnetzeltem und Reis), Musik aus den Boxen, reichlich Goon und Spielkarten. Wir haben gute 4 Stunden lang Doppelkopf gespielt bis 1 Uhr morgens oder so, und hatten womöglich den besten& lustigsten Campingabend jemals. 
Am Dienstag sind wir Spätnachmittag wieder zurück nach Melbourne gekommen, wo wir bis Samstag ein unglaublich schönes Apartment gemietet haben. Wir haben zu 5t in dem Apartment gelebt und haben pro Nacht letztendlich jeder nicht mehr als für eine Hostelnacht ausgegeben, hatten aber wirklich alles: tolle Aussicht auf unserem süßen Balkon des 32sten Stock Richtung Westen, Sauberkeit, Waschmaschine und Trockner sind rund um die Uhr gelaufen, Spülmaschine, Pool, Sauna, Gym und wir haben drei Leib Brot und reichlich Cupcakes in dem gefeierten Backofen gemacht. War kein schweres sich die 4 Tage schön zu gestalten! :-)
Samstagmorgen mussten wir dann leider wohl oder übel auschecken, haben alle unsere Sachen in das Hostel ein paar Blöcke weiter verfrachtet, und waren dann noch ein bisschen im Starbucks bis Anna und ich uns dann wieder Richtung Arbeit hieven mussten.  

Sonntag war unser letzter Tag in Melbourne und Maik, Julian, Anna & Ich haben uns Tickets für das Future Festival Summer 2015 besorgt. Nachdem Anna und ich uns Oats schnorren mussten weil wir selbst nichts mehr zum Frühstück hatten, Brötchen geschmiert und ein wenig Goon verzerrt haben, ging es auch schon zu dem Flamington Racecourse. Von 12am bis 12pm sind die verschiedensten Künstler auf 5 Stages aufgetreten. Unser Programm sah folglich aus: Klingande, Robin Schulz, Bassjackers, Sigma, Timmy Trumpet, Martin Garrix, Afrojack, Avicii. War richtig toll, wir hatten einen total guten Tag! Also das viele Geld für die Karten hat sich auf jeden Fall gelohnt :) 

Montag haben wir dann wieder einmal alle unsere Sachen zusammen gesucht, haben Egg&Bacon Sandwiches gefrühstückt, mit der Bahn zu dem außerhalb abgestellten Auto gefahren und dann alles vorbereitet um jetzt auf dem Weg nach Sydney zu sein. Mehr dazu im nächsten Eintrag... :-)

Ganz liebe Grüße! 

Charleston - "that‘s where I left my heart at"

Ein Satz, der von mir stammt. Hab ich ihm Gespräch zu einem Amerikaner auf Utila erwähnt und Jonas macht sich bis heute über die Aussage lus...