Freitag, 29. September 2017

Charlotte, Music Midtown Atlanta & back to normal

Hey, wir leben noch. Also was Irma angeht hat es Charleston nur ein wenig überflutet, an der Wasserfront ist schon einiges beschädigt worden aber unser Haus hat es nicht erreicht. Recht schnell war alles wieder bei seiner alltäglichen Routine...

Durch die "Evacuation" hatten wir aber eine Woche frei, was uns die Möglichkeit gegeben hat Charlotte zu besichtigen. Charlotte liegt in North Carolina und ist suuuper schön! Die Zeit dort haben wir mit einer Familie verbracht, die uns eingeladen hat, und die waren mehr als großzügig. Das ist vermutlich die amerikanische Gastfreundschaft (- oder doch ihre europäischen Wurzeln?).
Das Haus war gigantisch und ein Zoo mit 3 Hunden, 5 Katzen und einem Frosch. Wir haben die Stadt besichtigt, waren shoppen und haben meinen Geburtstag gefeiert.




American "Halloween" Costumes :D

Rooftop Bar - View




Birthday Bowling



Ja, ich weiß, vielleicht sollte ich mal in Erwägung ziehen meine Kamera zu verwenden anstatt mein Handy. Qualitätsunterschiede sind leicht zu erkennen, aber man kommt sich halt immer so "Touri" vor die fette Spiegelreflex rauszuholen um sein Essen zu fotografieren, wir versuchen uns ja gerade zu integrieren.

Nach Charlotte hatte ich gerade mal einen Tag Vorlesung bevor es nach Atlanta ging. Music Midtown Festival. Keine Worte. Es hatte seinen Preis mit umgerechnet 150€ pro Karte, dafür kamen unglaublich viele tolle Menschen: Bruno Mars, Bastille, Two Door Cinema Club, Zara Larsson, Mumford & Sons, Future, Big Sean, Milky Chance und viele mehr. Wir haben für ca. 15 Leute ein Airbnb gebucht was an sich schon die Party war... Sowohl Samstag und Sonntag waren traumhaft auf dem Festival, die Sonne hat geschienen, wir hatten alle gute Laune und die Acts waren der Knaller!








Am Sonntag kamen wir sogar dazu am Vormittag noch einen Blick in Atlanta's Innenstadt zu werfen.
Das ist eine richtige Skyline Stadt... Vor allem der Blick von oben ist toll :-)




Nach all dieser wundervollen freien Zeit, hat mich der tägliche College-Alltag schon etwas stärker getroffen. Es standen Gruppenprojekte an, Readings, Quizzes und die Vorbereitung auf die Zwischenprüfungen. Die Professoren sind toll, aber hatten auch viele Stunden verloren die sie jetzt durchpressen mussten.

Mit meiner Study-Life-Balance hab ich meine Freizeit trotzdem noch mit abwechslungsreichen Dingen füllen können: Neben vielen Telefonaten und Skype-Sessions nach Hause gab es den täglichen Partydonnerstag im "Mynt", eine spontane & wilde Freitagnacht auf der Kings Street, einen sehr spaßigen Spieleabend (Beweis: wir haben 4 Flaschen Wein gekillt und kein einziges Spiel zu Ende gebracht), einen Tag am Strand mit Sonnenbrand wieder einige Babysittereinlagen.



Nachdem gestern wieder Mynt angesteuert wurde, steht heute eine Hafenbootsfahrt mit Sonnenuntergang und Essen an. Ansonsten heute Abend noch eine Movie Night, morgen Pina Colada's am Pool bei 30° und eine Hausparty.

An größeren Aktivitäten ist für in 2 Wochen ein Lake Weekend geplant mit dem ganzen Internationals Club. 20 Leute in einem Airbnb an einem super schönem See - ich freu mich riesig!

Also generell kann man schon sagen, dass ich hier einen außergewöhnlichen und andersartigen Alltag habe. Ich hab eine tolle Zeit und finde glaube ich ein gutes Gleichgewicht zwischen College-Ernst, Spaß und Reisen :-)

Donnerstag, 7. September 2017

College, Sonnenfinsternis und HURRICANE IRMA

Amerika ist craaazy. Also wirklich. Sehr einprägend waren gestern die Worte eines Freundes hier: "Shooter, Hurricane...whats next?"

Heute bin ich genau drei Wochen und einen Tag da und ja, es gab ein Shooting in einem Restaurant in dem irgendein Mann den Koch erschossen und die Gäste als Geiseln festgehalten hat, und gerade eben kam das Signal von oben, auf das das College seit gestern gewartet hat: Evacuate! aufgrund eines gewaltigen und heftigen Hurricanes.
Hurricane "Irma" erschlägt mit seinen knapp 300km/h gerade die Karibik und droht Florida. Gestern wurde auch für Charleston "a state of emergency" ausgerufen, da "Irma" unsere Richtung eingeschlagen hat.
Das alles ist eine Mischung aus Angst und Aufregung. Scheint etwas irreal, heute Abend werde ich meine Sachen packen und morgen mit Salem, Marlene und Kayla (Marlenes Mitbewohnerin, deren Heimat in Charlotte in North Carolina ist) nach Charlotte aufbrechen.
Kurz zusammengefasst: Irgendwie ist es ein wenig chaotisch und aufwirbelnd 😃

Ich bin davon überzeugt, dass alle hier sicher sein werden. Jeder ist sich der Gefahr bewusst, keiner kann bisher das Ausmaß einschätzen aber man bereitet sich auf das Schlimmste vor. Manche Studenten freuen sich auf "frei", andere, wie wir, haben Angst um ihre Unterkunft. Nein ohne Witz unser Haus wird untergehen bei Kategorie 5
Meine eine Mitbewohnerin Abby hat schon alle ihre Habseligkeiten auf mindestens einen halben Meter Höhe verfrachtet - für den Fall, dass unser Haus überflutet wird - und ist nach Columbia aufgebrochen.

So viel zur aktuellen Lage, dachte ich fange mal mit den Bad News an. Jetzt zu den eher alltäglichen "Whats up" News:

Das College ist großartig! Ich hab tolle Professoren, die Fächer sind interessant (auch wenn die Hausaufgabenmenge absolut nicht akzeptable ist :P) und der Campus wurde nicht ohne Grund zu "America's Most Beautiful Campus 2017" von Travel&Leisure gekürt. Im Folgenden ein paar Bilder um diese Aussage nochmal zu unterstreichen und bloß keine Zweifel aufkommen zu lassen:





Bei diesen Bildern liegt das Copyright definitiv bei Travel&Leisure
Also ja, er ist wunderschön! Das Klima hier ist bisher noch eher tropisch, sehr heiß und humid. Das Wetter ist unberechenbar, also ab und zu kommt mal ein Platzregen, woraufhin alle Studenten ihre XXL Gummistiefel auspacken und nur die dummen Internationals in ihren Turnschuhen durch Riesenpfützen spazieren.

Ich fühl mich hier pudelwohl! Meine WG ist toll, ich habe hier alles gestellt bekommen was ich brauche - von einem bezogenem Bett über Regale, Lampe, Kisten bis hin zu Bilderrahmen und Kleiderbügeln. Die beiden Amerikanischen Mädels, mit denen ich hier zusammenlebe, sind super. Abby ist ein Energiebrocken und hat vermutlich nicht ganz zufällig auf jedem ihrer eingekauften Lebensmittel "Protein" draufstehen. Ich verstehe mich mit ihr, aber sie ist auch viel bei ihrem Freund in Columbia und groß Zeit, um einen Draht aufzubauen, war da noch nicht. Hannah ist eine Stilikone, hat mal einen Fashion-Blog geführt und arbeitet in einem Modegeschäft - sie ist gelassen, super lieb und mit ihr habe ich bisher auch die ein oder andere Nacht in einer Bar verbracht. 👀

Was ist sonst passiert? Wie schon erwähnt, viele Hausaufgaben. Aber irgendwie macht das auch Spaß vorbereitet zu sein, täglich in der (wunderschönen) Marlene and Nathan Addlestone Library mit Freunden abzuhängen und mit Starbucks Kaffee an den Touch-Screen-Computern rumzuspielen.
Jeden Tag müssen wir einen Artikel oder Text lesen, Quiz & Discussion Questions bearbeiten, an unserem Business Plan arbeiten, Case Studies vorbereiten und so fort. Mein erstes "A" habe ich heute erhalten, heeeey 🎉



Wir haben Charleston mit unseren geliehenen Rädern erkundet, haben eine Sonnenfinsternis mitten am Tag erlebt (höchstfaszinierend), haben ein Fußballspiel vom College gesehen, waren zweimal an dem wunderschönen Folly Beach, verbringen Zeit mit allen möglichen Leuten und haben uns natürlich mit dem Charleston Night-Life vertraut gemacht and let me say they get even crazier at night💃









Da Charleston nach wie vor sehr preiswert ist und das auch an allen Ecken bestätigt, war ich gezwungen mich sofort um einen Minijob zu kümmern. Auch wenn ich bisher unglücklich mit Stipendien war und keines an Land ziehen konnte, habe ich sofort einen Babysitting Job ergattert. 3-4 mal die Woche radle ich nun 10min zu einer dreiköpfigen, jungen Familie. Dort passe ich auf das gerade mal einmonatige (!!!!!) Baby auf, wobei das den Nagel nicht auf den Kopf trifft: Ich halte es die ganze Zeit, wechsle die Windeln, versuch es nicht zum weinen zu bringen und spreche mit ihm deutsch (auf Wunsch der Eltern aufgrund von deutschen Wurzeln). Mit der Aufgabe trage ich sehr viel Verantwortung aber zum größten Teil ist die "Arbeitszeit" sehr entspannt, in der ich schrecklich schlecht Kinderlieder singe oder Hörspiele höre. Gut bezahlt ist er und erhält mich bisher finanziell sehr gut!

Für die nahe Zukunft ist gerade erstmal nur Irma geplant (unfreiwilligerweise), wir sind hier alle höchst gespannt was uns die nächste Woche erwarten wird.

Ansonsten schmieden wir hier weiterhin Pläne um in freier Zeit auch so ein wenig rumzukommen.

Ganz liebe Grüße aus dem in-Panik-verfallenden Charleston 🌎

Sonntag, 20. August 2017

Charleston, South Carolina

Wow. Ich kann es wirklich nur sehr schwer fassen, dass nun wieder ein einjähriges Abenteuer startet.

Ich dachte mir die ganze Zeit, dass der Abschied ja kein Thema wird, denn es ist ja nicht der erste Große. Letztendlich war ich mit meiner Familie heulend am Flughafen gestanden während die anderen das irgendwie besser zu bewältigen schienen. Egal, für ein bis zwei einigermaßen anschauliche Bilder hat es gereicht:

Papa und Naemi haben mich zum Flughafen gebracht. Hier ein Bild das zwischen Heulen und Heulen entstanden ist. 

Salem ist in derselben Situation wie ich und wird mit mir das Jahr in Charleston studieren :-) 
Der Flug war lange aber ich genieße das ja immer. Zeit für sich, in der man absolut nichts machen muss und bedient wird. Wir haben geschlafen, Filme geschaut, viel gegessen und zwei Gläser Becher Wein verdrückt. Beim Umstieg in Philadelphia haben wir auch einen Studenten  aus Worms getroffen, der auch auf dem Weg ins Auslandssemester war. So klein ist die Welt.


In Charleston wurden wir in unsere WG's gebracht. Wir wohnen getrennt, haben unsere eigenen Wohnungen um die volle Dröhnung Ausland zu bekommen. Meine Mitbewohnerinnen Abby und Hannah, zwei amerikanische Mädels aus South Carolina, sind die Tage nach mir eingezogen und machen einen echt netten Eindruck.
Mein neues Zuhause :)
Unsere Veranda 
Offensichtlich eine Küche
Provisorisches Wohnzimmer
Mein Zimmer
Trotzdem blieb mir ein klitzekleiner Kulturschock nicht erspart. Charleston boomt gerade im touristischen Sinne und ist dadurch heftig überteuert, aber die Häuser an sich sind eher alt. Charleston ist wunderschön, keine Frage. Aber die meisten Häuser baufällig (trotz Schönheit) und bei uns in der WG funktioniert auch total viel nicht so richtig. Dafür zahlt man sich halt dumm und dämlich.
Außerdem sind die Einwohner von Charleston (zumindest Downtown, wo ich wohne und das Leben stattfindet) zum größten Teil Afroamerikanern, was als schneeweißes, kleines, deutsches Mädchen ein wenig einschüchternd ist. Aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit.

Ich bin hier mit noch zwei Mädels aus Worms: Marlene und Salem. Mit Salem bin ich hergeflogen und Marlene ist ein paar Tage vor uns geflogen. Wir haben uns zwar alle getrennt WG's gesucht, haben aber die ersten Tage trotzdem jetzt hauptsächlich zusammen verbracht, einfach weil wir noch nicht viele Leute hier kennen.

Wir waren gleich unseren ersten Tag groß Lebensmittel einkaufen und abends bei einem Mexikaner, den Marlene schon kennengelernt hatte. Der hat uns mit zu einem Baseball Spiel von den Riverdogs genommen, was Studenten hier wohl üblicherweise gerne donnerstags machen, da es $1 Bier gibt. Nach dem Spiel sind wir zusammen feiern gegangen in eine Bar, die aber aus deutscher Sicht garantiert als Club abgestempelt werden würde. Hallo? Klar, die hatten eine Bar aber wenn überall Diskolicht ist, keine Tische zum sitzen und die jungen Menschen den gesamten Raum ausfüllen und tanzen dann ist das für mich ein Club :D




Ansonsten hat das College für die internationalen Studenten ein Target Shopping Trip geplant, bei dem wir uns alles für unsere Zimmer anschaffen konnten, eine Tour von Downtown Charleston und eine Tour vom College of Charleston Campus. Nebenher haben wir für uns auch noch die Gegend mehr erkundet, und so haben sich die vier ersten Tage auf amerikanischen Grund gefüllt bis heute.









Morgen wird unsere Einführung sein und dann gehts auch schon los mit studieren. Mal schauen wie sich alles so entwickelt, im Moment freue  ich mich nur tierisch über alles und auf alles. Charleston ist toll und die Leute wirken alle super offen und nett, die Stadt hat viel zu bieten und es wird sehr viel zu erkunden und erleben geben.

Charleston - "that‘s where I left my heart at"

Ein Satz, der von mir stammt. Hab ich ihm Gespräch zu einem Amerikaner auf Utila erwähnt und Jonas macht sich bis heute über die Aussage lus...